💛 Meine Geschichte – wie sich mein Leben verändert hat

Im Frühjahr 2022 hat sich mein Leben von einem Moment auf den anderen verändert.
Ich hatte einen schweren Fahrradunfall. Dabei wurden meine Gesicht, Knie und rechte Hand verletzt.
Was ich damals noch nicht wusste: Die eigentliche Herausforderung sollte erst danach beginnen.

Meine rechte Hand hat sich nicht mehr erholt. Stattdessen entwickelte sich eine Folgeerkrankung – CRPS, auch Morbus Sudeck genannt.
Von da an war nichts mehr wie vorher.
Meine Hand war stark angeschwollen – zeitweise bis hoch zum Oberarm.
Sie war extrem schmerzempfindlich, jede Berührung kaum auszuhalten.
Mal fühlte sie sich heiß an, fast brennend – später dann eiskalt.
Und ich konnte sie nicht mehr benutzen.
Nicht ein bisschen. Gar nicht.

Vor dem Unfall war ich ein selbstständiger Mensch.
Ich habe mein Leben organisiert, mich um alles gekümmert, war unabhängig.

Und plötzlich stand ich vor ganz einfachen Dingen und wusste nicht mehr weiter:
Wie schält man einen Apfel mit nur einer funktionierenden Hand?
Wie kocht man?
Wie versorgt man sich im Alltag?
Dinge, die vorher selbstverständlich waren, wurden zu echten Herausforderungen.

Und mir wurde langsam klar:
Das ist nicht nur eine Verletzung.
Das ist etwas, das bleibt.

Etwa eineinhalb Jahr nach dem Unfall war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich einfach nicht mehr konnte.
Die Hilfe, die ich hatte, reichte vorne und hinten nicht aus.
Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits auf starke Schmerzmittel eingestellt, ständig müde, oft wie in einem Dämmerzustand.
Dazu kam der ständige Kampf mit der Versicherung, die meine Folgeerkrankung nicht anerkennen wollte.
Immer neue Forderungen, immer neue Nachweise – aber keine wirkliche Unterstützung.

Ich war erschöpft.
Körperlich.
Und vor allem innerlich.

Irgendwann kam der Moment, an dem ich dachte:
So kann und will ich nicht weiterleben.

Ich war an einem Punkt, an dem ich sogar darüber nachgedacht habe, meinen Hund Samira abzugeben – und mein Leben zu beenden.

Und gleichzeitig war Samira genau der Grund, warum ich es nicht getan habe.
Ich habe Menschen gebeten, sie mir für einen Tag abzunehmen.

Doch alle sagten: „Nein. Samira bleibt bei dir.“

Mit der Zeit kam langsam etwas Bewegung in meine Situation.
Ich bekam einen höheren Pflegegrad und endlich mehr Unterstützung.

Zum ersten Mal hatte ich ein kleines Stück Entlastung.

Ich habe mir dann – mit Hilfe – ein paar Tage Auszeit genommen.
Einfach raus. Durchatmen.

Und genau dort kam ein Gedanke, der alles verändert hat:
Ich muss weitergehen.
Egal wie schwer es ist.

Zurück im Alltag habe ich angefangen, mein Leben neu zu organisieren.
Wer kann mich unterstützen?
Was brauche ich wirklich?
Es war kein leichter Weg.

Aber ich habe angefangen, Schritt für Schritt wieder Struktur in mein Leben zu bringen. Es wurde ein kleines bisschen leichter – aber gut war es noch lange nicht.

Ich habe den Alltag irgentwie geschafft, aber es hat sich eher wie Durchhalten angefühlt als wie Leben.

Etwa zweieinhalb Jahre nach dem Unfall bin ich auf eine Messe gefahren.
Ich wollte dort eine Selbsthilfegruppe persönlich kennenlernen, die mir zuvor schon viel geholfen hatte.

Und dort ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hatte.

Ich lief an einem Stand vorbei und wurde angesprochen:
„Möchtest du ein bisschen Energie tanken?“

Ich konnte damit im ersten Moment nicht viel anfangen – aber Energie und Wohlbefinden klangen in meiner Situation natürlich gut.

Also bin ich später noch einmal zurückgegangen.

Ich setzte mich auf eine Matte und ließ mich einfach darauf ein.
Auch wenn meine Hand dabei zunächst reagierte und Schmerzen machte.

Am nächsten Morgen wachte ich auf – und meine Schmerzen waren anders.

Nicht weg.
Aber anders.
Erträglicher.

Und das, obwohl ich noch keine Schmerzmittel genommen hatte.
Ich konnte den Tag besser bewältigen, trotz aller Anstrengung vom Vortag.

Am übernächsten Tag war wieder alles wie zuvor.
Und genau da wurde mir klar:
Das war kein Zufall.

Ich bin noch einmal hingefahren.

Und habe eine Entscheidung getroffen:

Ich investiere in mich.
In ein Stück Lebensqualität.


Heute weiß ich:
Ich bin nicht gesund.

Aber ich habe etwas gefunden, das mir hilft, besser mit meiner Situation umzugehen.

Für mich ist es wie ein Teamplayer in meinem Alltag.

Es nimmt mir nicht alles –
aber es gibt mir ein Stück zurück.


Und das macht einen riesigen Unterschied. Solche Dinge wie ständig Erkältungen sind weniger geworden und mein Körper kommt besser zur Ruhe.

Mittlerweile habe ich, mit Unterstützung und den richtigen Hilfsmitteln, wieder ein gutes Leben.

Und ich habe mir ein weiteres Ziel gesetzt:

Ich möchte wieder mehr in Bewegung kommen.
Ein normales Fahrrad ist nicht mehr möglich.

Aber ich habe alles darangesetzt, ein Dreirad zu bekommen.
Und in den nächsten Tagen wird es bei mir ankommen.

✨ Und genau aus diesem Weg heraus ist auch das entstanden, was ich heute weitergeben möchte.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn nichts mehr selbstverständlich ist.

Ich weiß, wie es ist, wenn man nach Lösungen sucht und nicht weiß, wo man anfangen soll.

Und genau deshalb ist es mir wichtig, meine Erfahrungen zu teilen – ehrlich, ohne Druck und ohne Versprechen.

Wenn du dich in Teilen meiner Geschichte wiederfindest oder einfach neugierig bist, was mir geholfen hat,

dann begleite ich dich gern ein Stück auf deinem Weg.

Du musst da nicht allein durch. 💛

Ganz unverbindlich . Einfach von Mensch zu Mensch. 🤗